Tanzmusik anno 1795

scannen0002     <—-   Hören Sie mal Tanzen op. 8

 

 

1795 war das Jahr, in dem der damals fünfundzwanzigjährige Beethoven sich dem Wiener Publikum als Pianist und Komponist vorstellte, als Musiker, der bei Mozart und Haydn studiert hatte und nun”sehr eigene” Wege beschritt. Beethoven war von Anfang an erfolgreich. An Verlegern hatte er keine Not, der Wiener Hochadel bewunderte und unterstütze inh. Als “Unterhaltungsmusiker” in den Salons der Waldsteins,Lichnowskis, Lobkowitz und Kinskys verdiente er sein Geld. Ohne jede Scheu komponierte und spielte er populäre Tanzmusiken, frühe Divertimenti, ausgewogene kleine Formen, die auf Anhieb künsterliche Vollendung zeigten: Gesellschafts Menuette, ländlerische Tänze, Allemanden (= Deutsche Tänze).

Auch für die rauschenden Wiener Redoutenfeste in der Hofburg lieferte er schwungvolle Auftragsmusiken ab, rhytmisch betonte Melodien, nach denen voller Lust getanzt wurde. Beethovens Tanzmusik war sehr gefragt und wurde gut bezahlt. Dennoch beklagte sich der höherstrebende Meister in einem Brief an Hoffmeister, dass er zugleich “ein halber Handelsmann” sein müsse. Er sehnte  sich nach finanziell gesichterer künstlerischer Musse, nach einer “regulären Stellung” – vergeblich.

Kurz vor der Jahrhundertwende begann Beethoven sich gegen seine Rolle als fürstlicher Unterhaltungsmusiker zu wehren. Ein schroffer Stolz erwachte in ihm. “Fürst”, schrieb er an. Lichnowski, der ihm immerhin ein Jahrgeld von 600 Gulden zahlte, “was Sie sind, sind Sie durch Zufall und Geburt, was ich bin, bin ich durch mich. Fürsten hat es und wird es nun Tausende geben Beethoven gibt es nur einen.”

Frauen waren es damals, die sein aufbegehrendes Wesen zu glätten versuchten, allen voran die liebliche siebzehnjährige Giulietta Guiccardi, der er seine Mondscheinsonate widmete. Beethovens Freund Wegeler urteilte: “In Wien war er immer in Liebesverhältnissen und hatte mitunter Eroberungen gemacht, die manchem Adonis schwergefallen wären.” Frauen waren es auch, die den jungen Meister mit Erfolg zu weiteren Divertimenti etwa zu den Kontretänzen, inspirierten. Dann aber – 1801 – verebbte die Lust zu zweckgebundener Tanzmusik. Erste Anzeichen des Gehörleidens hatten sich gemeldet. Das tragische Heiligerstädter Testament folgte: “Nahe ich mich einer Gesellschaft, so überfällt mich eine heisse Ängstlichkeit…”

— Weha —

Bron: Tanzmusik anno 1795 – LP SHZE 294 Stereo (Hör zu) 

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